Was ist eine Anekdote?

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Eine Anekdote ist eine wahre oder erfundene Geschichte, die die Charaktereigenschaften einer reellen (meistens historischen) Person schildert. Im Vordergrund der Anekdote steht also die Charakterisierung einer Persönlichkeit. Eine Anekdote zum Besten geben – diese Phrase ist allgemein bekannt, aber was bedeutet es? Was sollte man über die Anekdote wissen?

Merkmale einer Anekdote

Es handelt sich dabei um eine Geschichte, die sich dadurch auszeichnet, dass sie sehr kurz ist. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche. Dabei wird der Charakter, hauptsächlich von einer Person, aber auch von einer Epoche, geschildert. Die Geschichte wird auf lustige Weise erzählt und wichtig dabei ist, dass es immer eine Pointe gibt, die oft am Ende vorkommt. Nicht selten ist die Person eine Berühmtheit, oft aus der Vergangenheit. Man muss keinen Bezug zu der Person haben und sie auch nicht persönlich kennen. Wenn sie aber erzählt wird, dann hat es den Anschein, als wäre der Erzähler selber dabei gewesen. Eine Anekdote kann immer wieder erzählt werden und somit kommt es vor, dass die Inhalte vom Original abweichen. Man nennt diese Art von Anekdoten Wanderanekdoten.

Allgemeines zur Anekdote

Vom griechischen Wort anékdoton abgeleitet, bedeutet es „nicht herausgegeben“. Denn die meisten werden nicht verschriftlicht und es werden auch keine Namen genannt, wer der Urheber der Anekdote ist. Als literarisches Genre wird es manchmal dann doch gehandelt, denn schließlich gibt es Werke, u. a. von Heinrich von Kleist, die veröffentlicht wurden. Angeblich soll im 6. Jahrhundert die Anekdote entstanden sein, als der Historiker Prokopios von Caesarea ein Werk über Justinian I., einem oströmischen Kaiser, herausgab. Darin standen Klatsch und Tratsch über den Kaiser. Die Werke erhielten den Namen Anekdote, übersetzt „unveröffentlichte Memoiren“ oder „Geheimgeschichte“.

Beispiele für eine Anekdote

Ende der 70er Jahre kam der in die Jahre gekommene sowjetische Herrscher Breschnew in die alte BRD zu Besuch. Um ihn am Flugzeug zu begrüßen, kam der damalige BRD-Kanzler Schmidt höchstpersönlich. Doch statt den Bundeskanzler zu begrüßen, ging Breschnew an ihm vorbei, nahm aus dem nächsten Blumentopf eine Handvoll Erde, stieg wieder in sein Flugzeug ein und ließ das Flugzeug zurück in die Sowjetunion fliegen.

Danach musste sich das sowjetische Auswärtige Amt für das Benehmen Breschnews entschuldigen und erklären, dass in seinen Kopf versehentlich das Programm „Lunochod“ geladen wurde („Lunochod“ hieß der erste Rover der Welt, der in der Sowjetunion entwickelt wurde und unter anderem für die Entnahme von Bodenproben auf dem Mond verwendet wurde).

Diese Geschichte ist zweifelsohne erfunden, charakterisiert aber ganz genau den Zustand des in Marasmus verfallenen Breschnews, dem selbst einfache Handlungen und Reden aufgesagt werden mussten.

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich ein erbitterter Wettlauf zur See zwischen dem Britischen Empire und dem Kaiserreich ereignet, der mit der Umsetzung des sogenannten Tirpitzplans, der die britische Herrschaft zur See infrage zu stellen drohte, zusammenhing.

In diesem Zusammenhang wird eine Anekdote erzählt, die die Autoren als wahr bezeichnen. Angeblich soll der damalige britische Marineminister Fischer dem britischen König Eduard VII. vorgeschlagen haben, die deutsche Hochseeflotte zu „kopenhagen“ (d. h. ohne Kriegserklärung in ihren heimischen Häfen attackieren und vernichten). Darauf soll Eduard VII. geantwortet haben: „Mein Gott, Fischer! Sie sind ja wohl verrückt!“

Selbst wenn diese Geschichte erfunden sein sollte, so charakterisiert sie ganz gut die Neigung des hitzköpfigen britsischen Ministers zum Risiko.

Beispiel 1

Ende der 70er Jahre kam der in die Jahre gekommene sowjetische Herrscher Breschnew in die alte BRD zu Besuch. Um ihn am Flugzeug zu begrüßen, kam der damalige BRD-Kanzler Schmidt höchstpersönlich. Doch statt den Bundeskanzler zu begrüßen, ging Breschnew an ihm vorbei, nahm aus dem nächsten Blumentopf eine Handvoll Erde, stieg wieder in sein Flugzeug ein und ließ das Flugzeug zurück in die Sowjetunion fliegen.

Danach musste sich das sowjetische Auswärtige Amt für das Benehmen Breschnews entschuldigen und erklären, dass in seinen Kopf versehentlich das Programm „Lunochod“ geladen wurde („Lunochod“ hieß der erste Rover der Welt, der in der Sowjetunion entwickelt wurde und unter anderem für die Entnahme von Bodenproben auf dem Mond verwendet wurde).

Diese Geschichte ist zweifelsohne erfunden, charakterisiert aber ganz genau den Zustand des in Marasmus verfallenen Breschnews, dem selbst einfache Handlungen und Reden aufgesagt werden mussten.

Beispiel 2

Am Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich ein erbitterter Wettlauf zur See zwischen dem Britischen Empire und dem Kaiserreich ereignet, der mit der Umsetzung des sogenannten Tirpitzplans, der die britische Herrschaft zur See infrage zu stellen drohte, zusammenhing.

In diesem Zusammenhang wird eine Anekdote erzählt, die die Autoren als wahr bezeichnen. Angeblich soll der damalige britische Marineminister Fischer dem britischen König Eduard VII. vorgeschlagen haben, die deutsche Hochseeflotte zu „kopenhagen“ (d. h. ohne Kriegserklärung in ihren heimischen Häfen attackieren und vernichten). Darauf soll Eduard VII. geantwortet haben: „Mein Gott, Fischer! Sie sind ja wohl verrückt!“

Selbst wenn diese Geschichte erfunden sein sollte, so charakterisiert sie ganz gut die Neigung des hitzköpfigen britsischen Ministers zum Risiko.

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