Wechselschaltung und Alternativen einfach erklärt

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Der Begriff Wechselschaltung“ lässt sich ganz einfach erklären. Man stelle sich vor, dass ein Raum mit einer Lampe beleuchtet werden soll. Natürlich sind auch mehrere Lampen möglich, aber der Einfachheit halber bleiben wir bei nur einer Lampe. Diese Lampe soll von zwei verschiedenen Stellen ein- und ausgeschaltet werden.
Ein simples Beispiel bietet die Beleuchtung eines langen Flurs. In der Mitte des Flurs soll die Lichtquelle sein. Am Anfang und am Ende befindet sich jeweils ein Schalter, um diese ein- und ausschalten zu können.

Die Schaltung, mit der dieses Prinzip umgesetzt wird, heißt „Wechselschaltung“.
Alternativen zur Wechselschaltung sind die sogenannte „Sparwechselschaltung“ oder Tasterschaltung“, denen wir uns später zuwenden werden.

Wie wird die Wechselschaltung technisch umgesetzt?

Damit der Strom fließen und somit unsere Lampe leuchten kann, muss ein Stromkreis geschlossen sein. Ausgangspunkt eines jeden Stromkreises ist die Stromquelle. Wir bleiben bei unserem Beispiel „Flurbeleuchtung“. In diesem Fall ist man also an das Stromnetz angeschlossen. Die Kabel müssen so verlegt sein, dass sich eine geschlossene Verbindung zum Verbraucher, also zur Lampe, ergibt.

Wechselschaltung
Schaltplan einer Wechselschaltung

Vor und nach der Lampe wird je ein Schalter eingebaut, sogenannte Wechselschalter (2-polig). Wenn normale Ausschalter (1-polig) verbaut wären, müssten beide Schalter eingeschaltet sein, damit der Strom fließt. Bei der Wechselschaltung wird jedoch auf einen parallelen Leitungsstrang zwischen den Schaltern zurück gegriffen, und zwar auf die Korrespondierenden Drähte (man kann sie auch „wechselnde Drähte“ nennen).
Wenn man den Stromkreis zeichnen würde, müsste man also die beiden Schalter mit zwei parallelen Linien verbinden (siehe Bild).

Im Prinzip ähnelt der Schaltplan einer Zwickmühle beim Mühle-Spiel. Bei dem bekannten Spiel kann man den Spielstein jeweils nach oben oder unten schieben, damit die Mühle geschlossen wird. Bei der Wechselschaltung gilt – egal welcher Schalter genutzt wird: Man kann mit beiden Schaltern das Licht ein- oder ausschalten.

Welche Alternativen zur Wechselschaltung gibt es?

Sparwechselschaltung

Sparwechselschaltung
Schaltplan einer Sparwechselschaltung

Wenden wir uns noch kurz der Alternative, der Sparwechselschaltung zu. Wie der Name schon sagt, wird bei der Sparwechselschaltung gespart und zwar spart man eine Ader im Kabel. Es wird mit nur einer Korrespondierenden Ader gearbeitet. Das bringt den Vorteil mit sich, dass unter beiden Schaltern eine Steckdose eingebaut werden kann. Bei der oben genannten Wechselschaltung kann nur an einem der beiden Schalter eine Steckdose ohne zusätzliche Kabel angeschlossen werden. Das Problem ist, dass bei der Wechselschaltung nur die Zuleitung eines Schalters eine Dauerphase (z. B. brauner Draht) besitzt. Der braune Draht des zweiten Schalters ist der geschaltete Lampendraht und hat somit nur im eingeschalteten Zustand Spannung anliegen.

Empfehlung:  Wie montiert und schließt man eine Lampe richtig an? Anleitung

Tasterschaltung

Tasterschaltung
Schaltplan einer Tasterschaltung

Als Alternative zur Wechselschaltung gäbe es da noch die Tasterschaltung. Wie man der Bezeichnung entnehmen kann, werden bei der Tasterschaltung keine Schalter, sondern Taster verwendet. Taster haben in der Regel nur eine Stellung. Diese verändert sich dann, sobald man den Taster betätigt und nimmt nach dem Loslassen wieder ihre Ausgangsposition ein. Optisch gefällt es dem einen oder anderen besser, wenn alle Schalter bzw. Taster dieselbe Position haben, statt durcheinander nach oben oder unten gekippt, wie es bei der Wechselschaltung der Fall wäre.

Für die Tasterschaltung werden nur 2 Drähte benötigt. Der Vorteil ist, man kann von Taster zu Taster parallel verkabeln (siehe Bild) und spart sich somit Kabel und Kabelwege. Damit die Tasterschaltung funktionieren kann, wird z. B. ein Treppenlicht-Zeitschalter (Relais) bzw. Stromstoßschalter benötigt. Diese werden beim Betätigen der Taster durch einen Impuls angesteuert und schalten die Lampen ein oder aus. Ein weiterer Vorteil ist, dass man unter jedem Taster eine Steckdose anschließen kann, da jeder Taster mit einer Dauerphase versorgt wird.

Synonyme für „Wechselschaltung“ und Erweiterungsmöglichkeiten

Die Flurbeleuchtung ist ein klassisches Beispiel für die Wechselschaltung. Deshalb wird diese oft auch als „Flurschaltung“ oder als „Hotelschaltung“ bezeichnet.

Wenn man mit mehr als zwei Schaltern arbeiten möchte oder muss, genügt eine einfache Wechselschaltung nicht mehr. Allerdings lässt sich die Wechselschaltung zur sogenannten „Kreuzschaltung“ erweitern. Die Erweiterung der Sparwechselschaltung ist nicht möglich.

Wechselschaltung anschließen - Video Anleitung

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